Brake. Die Stadt Brake hält am angekündigten Beginn der Carbon-Sanierung der Weserstraßenbrücke im September 2026 fest. Einen konkreten Starttermin gibt es am 26. August allerdings noch nicht. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Kurz soll das genaue Datum rechtzeitig veröffentlicht werden.

Damit bleibt ein enger Zeitplan: Die Planungen für die Maßnahme sind nach Auskunft der Stadt abgeschlossen, das Vergabeverfahren ist jedoch noch nicht beendet. Das ausführende Unternehmen und der Auftragswert können deshalb derzeit noch nicht benannt werden.

September bleibt gesetzt, der Auftrag ist noch offen

Die Braker Zeitung hatte am 24. August nachgehakt, weil der angekündigte Baustart unmittelbar bevorsteht. Die Stadt bestätigt nun ausdrücklich, dass es beim September bleiben soll. Gleichzeitig fehlt noch der Abschluss der Vergabe. Ob und an welchem Tag die Arbeiten beginnen, ist damit noch offen.

Das ist nicht zwingend ein Widerspruch. Vergabeverfahren können bis relativ kurz vor dem tatsächlichen Baubeginn abgeschlossen werden. Für die Öffentlichkeit bleibt aber entscheidend, dass die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt weder das beauftragte Unternehmen noch den Auftragswert nennen kann.

Brückenklasse 30 und mindestens fünf Jahre

Erstmals nennt die Stadt auch konkreter, welches Ergebnis die Carbon-Sanierung erreichen soll. Vorgesehen ist eine Tragfähigkeit nach Brückenklasse 30. Für die Ertüchtigung gibt die Stadt eine voraussichtliche Nutzungsdauer von mindestens fünf Jahren an.

Damit wird deutlicher, welche Funktion die Maßnahme haben soll: Sie soll die bestehende Brücke wieder stärker nutzbar machen, ist aber nicht automatisch mit einer langfristigen Dauerlösung gleichzusetzen. Gerade deshalb bleibt die weitere Perspektive der Weserstraßenbrücke redaktionell relevant.

Während der Arbeiten soll die Brücke voll gesperrt werden

Für die Carbon-Sanierung ist nach Angaben der Stadt eine Vollsperrung der Brücke vorgesehen. Der Verkehr soll über die bereits bekannten Umleitungen geführt werden. Ein konkreter Zeitraum der Sperrung wurde in der aktuellen Antwort noch nicht genannt.

Zusätzliche Zustimmungen anderer Behörden oder Verbände seien grundsätzlich nicht erforderlich. Die Stadt will jedoch die Anlieger der Weserstraße, die Hafenwirtschaft und die betroffenen Speditionen rechtzeitig über die Vollsperrung informieren.

Warum die Brücke überhaupt erneut zum Thema wurde

Die Weserstraßenbrücke war nach vorangegangenen Arbeiten im Mai nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen wieder freigegeben worden. Zusätzliche statische Berechnungen hatten ergeben, dass die Brücke für schwerere Fahrzeuge aktuell nicht geeignet ist. Seitdem steht die Frage im Raum, wie die für Hafen- und Wirtschaftsverkehr wichtige Verbindung wieder belastbarer gemacht werden kann.

Die nun angekündigte Carbon-Sanierung soll hier ansetzen. Die neue Antwort der Stadt schafft bei Tragfähigkeit, Nutzungsdauer und Sperrung mehr Klarheit. Zwei wesentliche Punkte bleiben aber noch offen: der konkrete Starttermin und der endgültige Auftragswert.

Was jetzt entscheidend wird

Für die weitere Berichterstattung wird entscheidend sein, wann das Vergabeverfahren abgeschlossen wird, welches Unternehmen den Zuschlag erhält und zu welchem Preis die Ertüchtigung umgesetzt wird. Ebenso relevant ist, ob der angekündigte Baustart im September tatsächlich gehalten werden kann.

Die Angabe von mindestens fünf Jahren Nutzungsdauer wirft zudem die langfristige Frage erneut auf: Was folgt nach dieser Ertüchtigung, und welche dauerhafte Lösung ist für die Weserstraßenbrücke vorgesehen? Diese Punkte wird die Braker Zeitung weiter verfolgen.