Brake. Der Abriss der Christuskirche und des Gemeindehauses ist keine neue Überlegung. Nach Angaben von Pfarrer Dirk Jährig fasste der Gemeindekirchenrat den entsprechenden Beschluss bereits im Frühjahr 2023.
Grundlage seien zahlreiche Untersuchungen gewesen, die von der Bauabteilung des Oberkirchenrates veranlasst worden seien. Jährig nennt unter anderem ein Holzgutachten und Statikberechnungen. Die Kirche habe als einsturzgefährdet gegolten.
Entwidmung am 5. Januar 2025
Nach Genehmigung durch die Landeskirche wurde die Christuskirche am 5. Januar 2025 durch Bischof Thomas Adomeit entwidmet. Seit diesem Tag ist sie kirchenrechtlich keine Kirche mehr.
Jährig stellt außerdem klar: „Ein Erhalt der Gebäude ist nicht vorgesehen.“ Damit ist die grundlegende Entscheidung über den Bestand der Christuskirche nach Angaben der Kirchengemeinde bereits gefallen.
Glocken und Kreuz aus Sicherheitsgründen entfernt
Am 20. Juli wurden die drei Glocken aus dem Turm entfernt, später folgte das Kreuz. Nach Angaben des Gemeindekirchenrates geschah dies „zur Sicherheit vorab“.
Eine Aufnahme der Braker Zeitung vom 6. August zeigt Kirche und Turm weiterhin vollständig. Baucontainer, Abbruchgeräte oder Absperrungen sind auf dem Gelände nicht zu erkennen. Der sichtbare Abbruch hat damit noch nicht begonnen, der Beschluss dazu besteht jedoch bereits seit 2023.
Gespräche über Rückbau und Verkauf
Zum aktuellen Stand erklärt der Gemeindekirchenrat, man stehe gemeinsam mit dem Oberkirchenrat Oldenburg „hinsichtlich Rückbau und Verkauf mit einem Interessenten in Verbindung“.
Wer der Interessent ist, was genau verkauft werden soll und welche spätere Nutzung vorgesehen ist, wurde nicht mitgeteilt. Da ein Erhalt der Gebäude nach Angaben Jährigs nicht vorgesehen ist, dürfte sich das Interesse vor allem auf das Grundstück und eine spätere Neubebauung richten. Das ist eine redaktionelle Schlussfolgerung und bislang nicht ausdrücklich bestätigt.
Offen bleibt auch, ob die Kirchengemeinde den Abriss vor einem Verkauf übernimmt oder ob ein Erwerber den Rückbau selbst durchführen soll. Nach Angaben der Gemeinde werden die Entscheidungen nicht vor Jahresende abgeschlossen sein.
Was passiert mit Glocken und Kreuz?
Über die weitere Verwendung von Glocken und Kreuz soll der Gemeindekirchenrat erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Ob die Teile eingelagert, weitergegeben, verkauft oder an anderer Stelle verwendet werden, ist öffentlich nicht bekannt.
Eine Moschee im bisherigen Gebäude ist nicht vorgesehen
Die Braker Zeitung hatte gefragt, ob in den Gesprächen auch eine Nutzung als Moschee oder muslimisches Gemeindezentrum erörtert werde. Auf diese Frage ging die Gemeinde nicht ein.
Die neue Aussage, dass ein Erhalt der Gebäude nicht vorgesehen ist, schließt eine dauerhafte Nutzung der bestehenden Christuskirche als Moschee, Bürgerhaus oder Kulturzentrum nach dem derzeitigen Beschlussstand aus. Offen bleibt hingegen, welche Nutzung nach einem Abriss auf dem Grundstück entstehen könnte.
Diese Punkte sind weiterhin offen
Ungeklärt sind die Identität des Interessenten, der genaue Verkaufsumfang, der Zeitplan, die Kosten und Finanzierung des Abrisses sowie die Frage, ob Kirche, Gemeindehaus und Glockenturm vollständig zurückgebaut werden.
Ebenso offen ist, ob der Stadt Brake oder dem Landkreis Wesermarsch bereits eine Abbruchanzeige, ein Bauantrag, eine Bauvoranfrage oder ein Antrag auf Nutzungsänderung vorliegt. Auch zum Denkmalschutzstatus wurde bislang keine belastbare Auskunft veröffentlicht.
Fazit der Redaktion
Die Entfernung von Glocken und Kreuz war nicht der Beginn der Entscheidung über die Zukunft der Christuskirche. Diese Entscheidung fiel nach Angaben von Pfarrer Dirk Jährig bereits im Frühjahr 2023. Die Entwidmung folgte Anfang 2025.
Damit geht es nicht mehr um die Frage, ob das bestehende Kirchengebäude erhalten werden soll. Entscheidend ist nun, wer das Grundstück übernimmt, wer den Abriss organisiert und was anschließend am Rosenburgring entstehen soll.