Wesermarsch. Die Linke tritt in allen vier Wahlbereichen zur Kreistagswahl an. Zusätzlich kandidiert sie nach eigenen Angaben für die Stadt- oder Gemeinderäte in Nordenham, Brake, Berne, Ovelgönne, Jade und Butjadingen.
Die Antworten stammen aus einer schriftlichen Stellungnahme des Kreisverbandes. Ergänzend liegt eine Pressemitteilung zur Schließung des Krankenhauses Brake vor. Parteiaussagen, redaktionelle Einordnung und noch nicht unabhängig bestätigte Angaben werden im Beitrag getrennt dargestellt.
Kreisverband ohne Ortsvereine
Die Linke ist in der Wesermarsch als Kreisverband organisiert. Ortsvereine gibt es nach Angaben der Partei nicht. Dem fünfköpfigen Kreisvorstand gehören Dan Wecker, Vivien Sandt, Stefanie Stelse, Kreisschatzmeisterin Ramona Bartz und Gerold Hohlen an.
Als Ansprechpartner für Pressefragen nennt der Kreisverband Gerold Hohlen und Pascal Flach. Die Mitgliederzahl sei von 37 im Jahr 2021 auf aktuell 95 gestiegen. Diese interne Mitgliederangabe ist nicht amtlich bestätigt.
Acht Bewerber für den Kreistag
Für die vier Wahlbereiche nennt Die Linke jeweils zwei Bewerber:
| Wahlbereich | Listenplatz | Name |
|---|---|---|
| I · Nordenham | 1 | Albert Mumme |
| I · Nordenham | 2 | Jens Harders |
| II · Butjadingen, Jade, Stadland | 1 | Pascal Flach |
| II · Butjadingen, Jade, Stadland | 2 | Marcel Stoffers |
| III · Brake, Ovelgönne | 1 | Marcus Zoll |
| III · Brake, Ovelgönne | 2 | Hilke Hochheiden |
| IV · Elsfleth, Lemwerder, Berne | 1 | Ramona Bartz |
| IV · Elsfleth, Lemwerder, Berne | 2 | Gerold Hohlen |
Nach Aussage des Kreisverbandes sind sämtliche Wahlvorschläge der Linken zugelassen. Die Formulierung der Partei lautet ausdrücklich „soweit uns bekannt“; verbindlich sind die amtlichen Bekanntmachungen der Wahlleitungen.
Kandidaturen in sechs Kommunen
Für die Stadt- und Gemeinderäte nennt Die Linke folgende Bewerber:
| Kommune | Listenplatz | Name |
|---|---|---|
| Nordenham | 1 | Albert Mumme |
| Nordenham | 2 | Stefanie Stelse |
| Nordenham | 3 | Dan Wecker |
| Nordenham | 4 | Meera Ede |
| Butjadingen | 1 | Pascal Flach |
| Jade | 1 | Andrea Stoffers |
| Jade | 2 | Marcel Stoffers |
| Brake | 1 | Florian Winter |
| Brake | 2 | Hilke Hochheiden |
| Ovelgönne | 1 | Marcus Zoll |
| Berne | 1 | Ramona Bartz |
| Berne | 2 | Gerold Hohlen |
Unterstützung bei Landrats- und Bürgermeisterwahlen
Für die Landratswahl unterstützt Die Linke Nils Humboldt. Der Kreisverband weist selbst darauf hin, dass diese Unterstützung innerhalb der Mitgliedschaft stark kontrovers diskutiert worden sei.
Bei den Bürgermeisterwahlen unterstützt die Partei nach eigener Auskunft Nils Siemen in Nordenham und Selim Karaca in Berne.
Wohnen, Kliniken und ärztliche Versorgung
Bezahlbares und barrierefreies Wohnen steht nach Aussage des Kreisverbandes an erster Stelle. Daneben fordert Die Linke den Erhalt beider Krankenhausstandorte und eine ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, in die beide Kliniken eingebunden sein sollen. Für die Altenpflege verlangt sie genügend bezahlbare Plätze.
Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum soll oberste kommunalpolitische Priorität haben.
Beide Krankenhausstandorte und die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sollen erhalten werden.
Die Partei fordert ausreichend bezahlbare Pflegeplätze.
Bei knappen Mitteln sollen Investitionen in Schulen und Bildung Vorrang erhalten.
Krankenhaus Brake als erster Schwerpunkt
Als erstes politisches Thema nach der Wahl nennt Die Linke ausdrücklich die Schließung des Krankenhauses Brake und die damit verbundene medizinische Versorgung in der Wesermarsch.
In einer Pressemitteilung vom 31. Juli bezeichnet der Kreisverband die vorgezogene Schließung als „gesundheitspolitischen Kahlschlag im Zeitraffer“. Gefordert werden eine verlässliche Perspektive für die Beschäftigten sowie der dauerhafte Erhalt des Medizinischen Versorgungszentrums und der kassenärztlichen Bereitschaftspraxis in Brake. Zahlen zu Beschäftigten, Behandlungsfällen und Petitionsteilnehmern in dieser Mitteilung sind Parteiaussagen und werden in diesem Beitrag nicht eigenständig bestätigt.
Gegen A20 und Weservertiefung
Die Linke stellt sich gegen den Bau der A20 und gegen eine weitere Weservertiefung. Nach ihrer Darstellung arbeitet sie dabei mit bestehenden Initiativen zusammen. Detaillierte Begründungen und einzelne kommunale Maßnahmen verweist der Kreisverband auf sein Kommunalwahlprogramm.
„Man verkauft nicht das Land, auf dem man wandelt“ lautet ein Slogan auf einem der freigegebenen Kandidatenmotive. Inhaltlich verbindet Die Linke damit ihre Ablehnung der Weservertiefung und der A20.
Einordnung eines Wahlmotivs der Linken WesermarschZusammenarbeit und Kandidatenauswahl
Die Linke erklärt, mit demokratischen und fortschrittlichen Kräften zusammenarbeiten zu wollen. Kandidierende anderer Parteien und parteilose Personen würden bereits unterstützt. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt der Kreisverband ausdrücklich aus.
Vor der Aufstellungsversammlung habe ein Treffen der Interessierten stattgefunden. Bis auf eine Person seien alle Kandidierenden Parteimitglieder und dem Verband deshalb durch ihre öffentlichen Äußerungen und Beiträge bekannt. Der parteilose Bewerber sei dem Kreisverband bereits zuvor bekannt gewesen.
Fazit der Redaktion
Die Linke Wesermarsch beantwortet den Fragenkatalog vergleichsweise umfassend. Sie nennt Kandidaten, Unterstützungen bei Direktwahlen und klare politische Prioritäten. Besonders deutlich sind die Positionen bei Wohnen, Gesundheitsversorgung, Bildung, A20 und Weservertiefung.
Offen bleibt dennoch, wie die Ziele finanziert und in konkrete Beschlüsse übersetzt werden sollen. Dies betrifft insbesondere bezahlbaren Wohnraum, den Erhalt medizinischer Strukturen und zusätzliche Pflegeplätze. Die Pressemitteilung zum Krankenhaus formuliert scharf und enthält mehrere Zahlen, die als Parteiaussagen kenntlich bleiben. Für den Parteienvergleich werden deshalb Positionen, eigene Wertungen und noch nicht unabhängig bestätigte Angaben getrennt dargestellt.