Brake. Fußball kann Tabelle, Torverhältnis und Konkurrenz sein. Beim SV Brake soll Fußball nun vor allem eines sein: ein gemeinsamer Platz für Menschen, die sonst viel zu oft am Rand stehen. Der Verein baut eine Inklusionsmannschaft auf. Trainiert wird montags von 16.30 bis 18 Uhr im BBZ-Stadion.

Trainer Andreas „Andi“ Hinrichs beschreibt das Projekt als offenes Angebot für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Mitmachen können nach seinen Angaben Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 11 bis 99 Jahren. Entscheidend sei nicht, wer perfekt spielt, sondern wer dabei sein möchte.

Der Aufbau der Mannschaft ist für Hinrichs kein kurzfristiger Versuch, sondern Teil einer längeren Entwicklung. Er verweist auf das Handicap Projekt 2020, das seit dem 11. Januar 2020 besteht, und auf seine persönliche Erfahrung im Inklusionsfußball. Für ihn geht es nicht nur um Trainingseinheiten, sondern um Sichtbarkeit, Gemeinschaft und eine sportliche Heimat.

„Jeder kann mitmachen“, schreibt Hinrichs zur Mannschaft. Der Satz ist schlicht, aber genau darum geht es. Die neue Mannschaft soll Menschen zusammenbringen, die Fußball spielen wollen, unabhängig davon, ob sie eine Beeinträchtigung haben oder nicht.

Training, Team und Kontakt

Das Training findet nach Angaben des Trainers jeden Montag von 16.30 bis 18 Uhr statt. Interessierte können sich direkt an Andi Hinrichs wenden. Als Kontakt nennt er die Telefonnummer 0162 4166598 sowie die E-Mail-Adresse hinrichs452@web.de.

Unterstützt wird das Projekt nach Angaben von Hinrichs auch aus dem Umfeld des Vereins und von weiteren Beteiligten. Genannt werden unter anderem der SV Brake, Vereinsverantwortliche, Trainerinnen und Trainer sowie Menschen aus dem Bereich Inklusion. Für die Braker Zeitung entscheidend ist dabei der lokale Kern: In Brake entsteht ein Angebot, das nicht nur eine Mannschaft, sondern auch eine Lücke in der Region schließen soll.

Hinrichs verweist darauf, dass Inklusion im Sport in der Wesermarsch bislang nicht selbstverständlich sichtbar sei. Genau hier setzt die Mannschaft an. Sie soll Menschen nicht sortieren, sondern zusammenbringen. Auf dem Platz zählt nicht zuerst die Einschränkung, sondern die gemeinsame Bewegung, das Training und das Gefühl, Teil einer Mannschaft zu sein.

Inklusionsliga und Turnier geplant

Die Braker Mannschaft soll nicht allein bleiben. Hinrichs spricht von einer geplanten Inklusionsliga mit Mannschaften aus der Wesermarsch und aus Ostfriesland. Auch ein Turnier ist bereits im Gespräch. Nach den der Braker Zeitung vorliegenden Angaben ist ein Termin am 16. August 2026 beim SV Brake vorgesehen.

Damit bekommt das Projekt eine zweite Ebene: Aus einer lokalen Mannschaft kann ein regionales Netzwerk entstehen. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das mehr als Training. Es bedeutet Begegnung, Spielpraxis, Öffentlichkeit und die Erfahrung, dass Inklusion nicht nur als Begriff auf Plakaten steht, sondern tatsächlich stattfindet.

Für den Verein ist das zugleich eine organisatorische Aufgabe. Trainingsbetrieb, Betreuung, Spieltermine, Kommunikation und Verlässlichkeit müssen wachsen. Gerade deshalb ist der Start bemerkenswert: Das Projekt lebt stark vom Ehrenamt und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Einordnung

Inklusion wird oft als großes Wort benutzt. Vor Ort zeigt sich aber, ob daraus Alltag wird. Eine Fußballmannschaft ist dafür ein konkreter Anfang: regelmäßiges Training, feste Ansprechpartner, ein Ort, an dem Menschen gesehen werden.

Für Brake und die Wesermarsch ist das Projekt auch deshalb relevant, weil Teilhabe nicht nur in Förderrichtlinien, Sitzungsunterlagen oder Sonntagsreden vorkommen darf. Sie muss erreichbar sein. Wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam auf dem Platz stehen, wird aus einem abstrakten Anspruch ein sichtbares Angebot.

Die Braker Zeitung wird das Projekt weiter begleiten, insbesondere den geplanten Turniertermin, die Entwicklung der Mannschaft und die Frage, ob aus dem Braker Start ein dauerhaftes regionales Inklusionsangebot wird.