Brake. Die Kreisumlage der Stadt Brake steigt 2026 deutlich. Nach Angaben des Landkreises Wesermarsch musste die Stadt im Jahr 2025 insgesamt 11.853.084 Euro zahlen. Für 2026 sind es 13.989.171 Euro. Die Differenz beträgt 2.136.087 Euro – ein Anstieg um rund 18 Prozent.

13,99 Mio. EuroKreisumlage der Stadt Brake 2026
+2,14 Mio. Euromehr als im Jahr 2025
16,86 %Anteil Brakes an der gesamten Kreisumlage
82,97 Mio. Eurogesamte Kreisumlage des Landkreises 2026

Brake trägt knapp ein Sechstel der Kreisumlage

Nach der aktuellen Berechnung entfallen 16,86 Prozent der gesamten Kreisumlage auf die Stadt Brake. Der Landkreis rechnet 2026 insgesamt mit 82.967.110 Euro aus der Kreisumlage. Brakes Anteil von knapp 14 Millionen Euro entspricht damit rechnerisch fast genau dem vom Landkreis genannten Anteil.

Für 2027, 2028 und 2029 gibt es noch keine belastbaren Vorausberechnungen für Brake. Nach Angaben des Landkreises werden die Steuerkraftmeldungen der Kommunen erst im September eingeholt. Die vorläufigen Berechnungsgrundlagen des Landes sollen im November vorliegen. Die Kreisumlage wird anschließend für jedes Jahr neu berechnet.

Millionen auf dem Konto erhöhen die Kreisumlage nicht direkt

Die zuletzt bekannt gewordenen liquiden Mittel der Stadt Brake führen nicht unmittelbar zu einer höheren Kreisumlage. Das bestätigt der Landkreis auf Anfrage der Braker Zeitung ausdrücklich. Maßgeblich seien die Berechnungsgrundlagen nach § 15 des Niedersächsischen Finanzausgleichsgesetzes, insbesondere Steuerkraftzahlen und Schlüsselzuweisungen.

Damit sind zwei Größen auseinanderzuhalten: Wie viel Geld eine Kommune aktuell auf Tages- oder Festgeldkonten hält, ist nicht unmittelbar die Bemessungsgrundlage der Kreisumlage. Eine verbesserte Steuerkraft kann sich dagegen zeitversetzt auswirken.

Verbesserte Steuerkraft Brakes wirkt frühestens 2027

Eine verbesserte Steuer- beziehungsweise Finanzkraft der Stadt Brake ist nach Angaben des Landkreises in den bisherigen Finanzprognosen noch nicht berücksichtigt. Sie könne erstmals bei der Berechnung des Finanzausgleichs 2027 einfließen. Die dafür maßgeblichen Zahlen sollen Ende November feststehen.

Wie stark sich eine höhere Steuerkraft konkret auf Brakes Kreisumlage auswirken würde, lässt sich derzeit nicht beziffern. Der Landkreis verweist auf die verschiedenen Faktoren der Berechnung und will deshalb keine konkrete Prognose abgeben.

Trotz Kreisumlage schrumpft das Finanzpolster des Landkreises

Die neuen Angaben lösen zugleich einen scheinbaren Widerspruch auf: Die kreisangehörigen Kommunen zahlen erhebliche Beträge an den Landkreis, trotzdem bleibt dessen eigene Finanzentwicklung angespannt. Der Landkreis bestätigt, dass sich die zuletzt genannten Prognosewerte für seine Nettoposition nicht verändert haben.

Für 2025 hatte der Landkreis eine Nettoposition von 74.976.296,20 Euro genannt, für 2026 von 66.125.364,56 Euro und für 2027 von 50.032.833 Euro. Für 2029 hält er weiterhin eine vollständige Aufzehrung der Nettoposition für möglich. Die Nettoposition ist dabei nicht mit einem Bankguthaben gleichzusetzen, sondern eine bilanzielle Größe.

113,5 Millionen Euro Sozialausgaben geplant

Als wesentliche Ursache für den finanziellen Druck nennt der Landkreis vor allem Sozialausgaben. Für 2026 seien allein 113.496.300 Euro eingeplant. Damit liegen diese Ausgaben nach den Kreisangaben um rund 30,53 Millionen Euro über den gesamten Einnahmen aus der Kreisumlage.

Der Landkreis vertritt die Auffassung, dass die Kreisumlage die Belastungen aus Aufgaben, die auf Bundes- und Landesebene beschlossen werden, nicht auffange. Er spricht in seiner Antwort von einer „Missachtung des Konnexitätsprinzips“. Diese Bewertung ist die politische und finanzielle Einordnung des Landkreises; sie ist von den genannten Haushaltszahlen zu unterscheiden.

Keine Änderung des Kreisumlagesatzes eingeplant

Eine Veränderung des Kreisumlagesatzes ist nach Angaben des Landkreises derzeit nicht Bestandteil der Finanzplanung. Für eine Anpassung wäre ein Beschluss des Kreistages erforderlich. Einen solchen Beschluss für das kommende Jahr gibt es bislang nicht.

Welche konkrete Belastung eine mögliche spätere Erhöhung für Brake und die übrigen Städte und Gemeinden hätte, könne derzeit nicht seriös berechnet werden. Das würde von der tatsächlich beschlossenen Ausgestaltung abhängen.

Ende November wird der nächste Vergleich möglich

Für die Braker Zeitung ist deshalb vor allem der Finanzausgleich 2027 der nächste Prüfpunkt. Sobald die neuen Berechnungsgrundlagen vorliegen, lässt sich nachvollziehen, ob sich die verbesserte Steuerkraft Brakes tatsächlich in einer erneut höheren Kreisumlage niederschlägt.

Quelle und Einordnung: Grundlage dieses Artikels ist die schriftliche Antwort des Landkreises Wesermarsch auf eine Presseanfrage der Braker Zeitung zur Entwicklung der Kreisumlage und zur Finanzlage von Landkreis und Stadt Brake. Die Steigerung um rund 18 Prozent sowie die Differenz von 2.136.087 Euro wurden aus den vom Landkreis übermittelten Beträgen für 2025 und 2026 berechnet. Die Differenz zwischen gesamter Kreisumlage und den vom Landkreis genannten Sozialausgaben beträgt rechnerisch 30.529.190 Euro. Prognosen zur Nettoposition sind Plan- beziehungsweise Erwartungswerte und keine bereits eingetretenen Vermögensverluste.

Die Finanzbeziehungen zwischen Stadt und Landkreis bleiben im Blick.

Ende November sollen die Berechnungsgrundlagen für den Finanzausgleich 2027 vorliegen. Dann lässt sich erstmals prüfen, wie sich die aktuelle Steuerkraft Brakes auf die nächste Kreisumlage auswirkt.