Brake. Fast sechs Monate Arbeit, drei zusätzlich zu erneuernde Laufräder und am Ende neun Tage mehr als zunächst vorgesehen: Das Außenhaupttor der Braker Schleuse bewegt sich wieder. Niedersachsen Ports, kurz NPorts, fuhr das instandgesetzte Tor am 24. September erstmals seit Beginn der Sanierung aus der Torkammer.
Ganz fertig ist die Arbeit noch nicht. In den kommenden Wochen sollen die Hydraulik eingestellt, Geländer montiert und der Belag auf dem Tor erneuert werden. Nach der derzeitigen Planung soll das Außenhaupttor Mitte Oktober wieder regulär in Betrieb gehen.
Drei Laufräder, neun Tage Verzögerung
Der Ausdocktermin war ursprünglich für den 15. September vorgesehen. Gehalten wurde er nicht. Der Grund lag nach Angaben von NPorts unter der alten Beschichtung.
An drei großen Laufrädern der Schütztafeln wurden nach dem Entfernen der Konservierung Schäden an den Laufflächen sichtbar. Die Räder konnten nicht weiterverwendet werden und mussten zusätzlich erneuert werden. Aus dem geplanten 15. September wurde damit der 24. September.
Voruntersucht, trotzdem erst während der Sanierung sichtbar
NPorts hatte das Außenhaupttor bereits im Frühjahr 2025 trockengelegt und untersucht. Dabei entstanden nach Angaben des Hafenbetreibers auch 3D-Modelle und detaillierte Zustandsfeststellungen. Trotzdem zeigte sich der tatsächliche Zustand einzelner Bauteile erst während der laufenden Arbeiten vollständig.
Die Mitteilung macht damit selbst den entscheidenden Unterschied sichtbar: Voruntersuchung und tatsächlicher Befund im geöffneten beziehungsweise freigelegten Bauteil sind nicht dasselbe. Für den Bauablauf hatte dieser Unterschied eine konkrete Folge, der vorgesehene Ausdocktermin verschob sich.
Technik aus den 1980er Jahren wird ersetzt
Die Sanierung läuft seit dem 1. April. Dafür wurde das Tor in die angrenzende Torkammer gefahren und unter anderem von Hydraulik- und Stromleitungen getrennt. Danach entfernten Fachfirmen die alte Konservierung und arbeiteten das Tor Bauteil für Bauteil auf.
Erneuert wurden beschädigte oder verschlissene Stahlteile sowie Maschinenelemente wie Schrauben, Bolzen, Muttern und Lager. Hinzu kamen neue Laufräder und neue Dichtleisten aus Eichenholz.
Auch die Hydraulik wurde modernisiert. Für Teile der Technik aus den 1980er Jahren waren laut NPorts keine Ersatzteile mehr verfügbar. Deshalb kamen neue Komponenten nach aktuellem technischen Stand zum Einsatz.
Die Schleuse ist nicht nur Hafenzufahrt
Die Braker Schleuse verbindet den Kanal- und Binnenhafen mit der Weser. Sie ist damit die Zufahrt zum Braker Binnenhafen und wird unter anderem von dort ansässigen Unternehmen, Vereinen und zeitweise von Binnenschiffen genutzt.
Ihre zweite Funktion ist für die Planung mindestens ebenso wichtig: Die Schleuse liegt in der Deichlinie und ist Bestandteil des Hochwasserschutzes. Gerade beim Außenhaupt beeinflusst diese Aufgabe nach Angaben von NPorts den zeitlichen Rahmen der Arbeiten.
2027 folgt die Schleusenkammer
Das Außenhaupttor ist nicht das Ende des Sanierungsprogramms. Das Binnenhaupttor war bereits 2025 instandgesetzt worden. Erfahrungen aus diesem Abschnitt, vor allem bei Hydraulik und Geländern, flossen laut NPorts in die Planung des Außenhaupttores ein.
Ab April 2027 soll schließlich die Schleusenkammer selbst konserviert werden. Ihr Zustand war bereits 2024 im Trockenen untersucht worden. Die Ausschreibungsunterlagen sollen noch 2026 veröffentlicht werden.
Für den aktuellen Abschnitt bleibt damit ein klarer nächster Prüfpunkt: Mitte Oktober. Dann soll sich zeigen, ob aus dem wieder beweglichen Tor auch wieder regulärer Schleusenbetrieb wird.
