Am 16. September bietet Landrat Stephan Siefken erneut eine Bürgersprechstunde im Kreishaus in Brake an. Zwischen 15 und 18 Uhr können Bürger ihre Anliegen persönlich vortragen. Nach Angaben des Landkreises wird das Angebot monatlich durchgeführt. Für einen Termin sind in der Regel rund 30 Minuten vorgesehen; bei vorheriger Absprache kann mehr Zeit eingeplant werden.
Wie stark wird das Angebot tatsächlich genutzt?
Die neue Terminankündigung beantwortet eine naheliegende Frage nicht: Wie stark werden die Bürgersprechstunden tatsächlich nachgefragt? Die Braker Zeitung hat den Landkreis deshalb um konkrete Zahlen seit dem Amtsantritt Siefkens gebeten.
Gefragt wurde, wie viele Bürgersprechstunden in den einzelnen Jahren stattgefunden haben, wie viele Gesprächstermine jeweils angeboten wurden und wie viele davon tatsächlich belegt waren. Außerdem soll der Landkreis mitteilen, wie häufig sämtliche verfügbaren Termine ausgebucht waren.
Müssen Bürger auf spätere Termine warten?
Zur tatsächlichen Nachfrage gehört auch die Frage, ob die vorhandenen Kapazitäten ausreichen. Deshalb will die Redaktion wissen, ob erfasst wird, wie viele Bürger keinen Termin mehr erhalten konnten oder auf eine spätere Bürgersprechstunde verwiesen wurden.
Solche Angaben würden zeigen, ob das monatliche Angebot die Nachfrage abdeckt oder ob regelmäßig mehr Gesprächsbedarf besteht als Termine zur Verfügung stehen.
Neun zusätzliche Vor-Ort-Termine im Jahr 2026
2026 hat der Landkreis das Format zusätzlich in die Städte und Gemeinden getragen. Die Braker Zeitung fragt deshalb auch nach der Nutzung dieser Vor-Ort-Sprechstunden: Wie viele Bürger beziehungsweise Gespräche gab es an den einzelnen Stationen und wie verhält sich diese Resonanz zu den regulären Terminen im Kreishaus?
Damit soll nicht nur die Zahl angebotener Veranstaltungen betrachtet werden, sondern ihre tatsächliche Nutzung.
Was folgt aus den Gesprächen?
Eine Bürgersprechstunde erschöpft sich nicht in der Zahl geführter Gespräche. Entscheidend ist auch, was anschließend mit den Anliegen geschieht. Die Redaktion hat deshalb gefragt, welche Themen besonders häufig angesprochen werden und ob Weiterleitungen, Prüfaufträge oder weitere Bearbeitungsschritte dokumentiert werden.
Der Landkreis soll außerdem mitteilen, wie viele Anliegen seit 2022 weiterverfolgt wurden und in wie vielen Fällen daraus eine konkrete Lösung oder ein abgeschlossener Vorgang entstand. Falls eine solche Auswertung nicht erfolgt, stellt sich die Frage, auf welcher Datengrundlage Nutzen und Wirksamkeit des Angebots bewertet werden.
Wie viele Termine sind am 16. September bereits vergeben?
Auch für die aktuell angekündigte Bürgersprechstunde hat die Braker Zeitung nach konkreten Zahlen gefragt: Wie viele Gesprächstermine stehen zwischen 15 und 18 Uhr insgesamt zur Verfügung und wie viele davon waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Pressemitteilung bereits vergeben?
Pressestelle schlug zunächst die Bürgersprechstunde selbst vor
Eine inhaltliche Antwort auf die Statistik- und Sachfragen liegt bislang nicht vor. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises schlug zunächst vor, die Fragen „im Rahmen einer der nächsten Bürgersprechstunden“ zu beantworten und gab die Anfrage zur Terminfindung an das Geschäftszimmer weiter.
Die Braker Zeitung stellte daraufhin klar, dass es sich nicht um ein persönliches Bürgeranliegen, sondern um eine Presseanfrage zu konkreten Verwaltungs- und Statistikdaten handelt, und bat weiterhin um eine schriftliche und zitierfähige Beantwortung.
Der Landkreis hat anschließend ein persönliches Gespräch angeboten, entweder im Rahmen einer Bürgersprechstunde oder in einem separaten Termin. Die inhaltlichen Antworten auf die gestellten Fragen stehen weiterhin aus.
Die Recherche bleibt offen
Die Braker Zeitung bewertet an dieser Stelle zunächst nicht den weitergehenden Schriftwechsel über den Auskunftsweg. Im Mittelpunkt dieses ersten Beitrags stehen die Sachfragen zur Bürgersprechstunde selbst. Sobald belastbare Zahlen und Antworten des Landkreises vorliegen, wird der Beitrag ergänzt.
Transparenz: Grundlage dieses Beitrags sind die Terminankündigung des Landkreises Wesermarsch vom 4. September 2026 sowie die dazu gestellte Presseanfrage und der bisherige Schriftwechsel mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Recherche wird fortgeführt.
Eigene Erfahrungen mit der Bürgersprechstunde?
Wer selbst einen Termin beim Landrat wahrgenommen hat oder vergeblich versucht hat, einen Termin zu erhalten, kann der Redaktion seine Erfahrungen mitteilen.